Die Glasfenster von St. Leonhard setzten eine Tradition der großzügigen Stiftungen fort, die die Kirche über Jahrhunderte hinweg mit bedeutenden Kunstwerken bereicherte. Diese Gaben zeugen von der tiefen Verehrung des heiligen Leonhard und dem wachsenden Ruf der Kirche als spirituelles Zentrum und Ort des Wunders.
Gotische Meisterwerke
Nach den Glasfenstern wurden immer wieder kunstvolle Objekte gestiftet, die die Bedeutung der Kirche weiter erhöhten. Zu den bedeutendsten zählen gotische Flügelaltäre, kostbare Kelche und Messgeräte aus Gold sowie eine Madonna von außergewöhnlicher kunsthistorischer Bedeutung. Diese Werke unterstreichen nicht nur die tiefe Frömmigkeit der Stifter, sondern auch das hohe künstlerische Niveau, das die Kirche prägte.
Volksfrömmigkeit und Dankesgaben
Auch einfache Gläubige brachten ihre Dankbarkeit für erlebte Wunder zum Ausdruck, die sie dem heiligen Leonhard zuschrieben. Über die Jahrhunderte wurden immer wieder Bilder gestiftet, die von persönlichen Geschichten und Gebetserhörungen zeugen. Diese kleinen, aber innigen Gaben ergänzen die großen Kunstwerke und erzählen von der tief verwurzelten Frömmigkeit der Menschen.
Die eiserne Kette – ein außergewöhnliches Gelübde
Ein besonders eindrucksvolles Zeugnis der Verehrung des heiligen Leonhard ist die eiserne Kette, die die Kirche dreimal umfasst. Diese stammt aus der Türkenzeit des späten 15. Jahrhunderts und geht auf ein Gelübde eines Bauern aus der Steiermark zurück. Der Überlieferung nach wurde der Bauer von den Türken gefangen genommen und auf einem Zug mitgeführt. Als er in der Ferne die Kirche von St. Leonhard erblickte, schwor er, eine eiserne Kette zu stiften, wenn er aus der Gefangenschaft entkommen würde. Tatsächlich gelang ihm die Flucht, und er löste sein Gelübde ein, indem er die Kette anfertigen ließ. Dieses einzigartige Stück ist nicht nur ein Symbol für die Errettung des Bauern, sondern auch ein Beweis für den überregionalen Einfluss der Kirche und die Wunder, die ihr zugeschrieben wurden.

