Die frühesten schriftlichen Quellen, die uns über die Herstellungstechniken von bemalten Glasfenstern informieren, stammen aus dem 12. Jahrhundert.
- Theophilus Presbyter, ein deutscher Mönch, verfasste um 1120 ein Werk mit dem Titel „De diversis artibus“ (Von den verschiedenen Künsten), in dem er detailliert die Herstellung von Glas und Glasmalerei beschreibt. Theophilus beschreibt den Prozess der Glasherstellung, die Verwendung von Metalloxiden zur Färbung des Glases, das Bemalen der Glasstücke mit Schwarzlot und das Zusammensetzen der Stücke mit Bleiruten [1-3].
Neben schriftlichen Quellen gibt es auch bildliche Darstellungen der Glasproduktion aus dem Mittelalter.
- Eine Miniatur aus einem österreichischen Manuskript des 15. Jahrhunderts zeigt die Herstellung von Glasgefäßen. Die dargestellte Technik ist im Wesentlichen dieselbe wie die von Theophilus beschriebene, was darauf hindeutet, dass sich die grundlegenden Verfahren der Glasherstellung über mehrere Jahrhunderte hinweg kaum verändert haben [4, 5].
- Der Ingeborgpsalter (Berlin, 1967), ein Werk von Florens Deuchler, beleuchtet die Verbindung zwischen Glasmalerei und illuminierten Handschriften.
Obwohl die frühen Quellen nicht immer präzise und detailliert sind, bieten sie doch wertvolle Einblicke in die Techniken der mittelalterlichen Glasmalerei. Sie zeigen, dass die Herstellung von bemalten Glasfenstern bereits im 12. Jahrhundert ein komplexer und spezialisierter Prozess war, der ein hohes Maß an handwerklichem Können und künstlerischem Geschick erforderte.

